Der Jenaer "Hilprecht-Nachlass" und seine Erfassung

Im Besitz der Universität Jena befinden sich neben der "Frau Professor Hilprecht Collection of Babylonian Antiquities" (kurz: Hilprecht-Sammlung), welche H.V. Hilprecht vor seinem Tod 1925 der Universität vermacht hatte, auch zahlreiche handschriftliche Dokumente und Druckwerke aus seinem Besitz, die der Universität 1932/33 von seiner Schwester Natalie Bierstedt übereignet wurden. Einen ersten Überblick über diese im Folgenden kurz "Hilprecht-Nachlass" genannten Dokumente bot J. Oelsner in seinem Aufsatz "Der schriftliche Nachlaß H. V. HILPRECHTs in der Hilprecht-Sammlung Vorderasiatischer Altertümer der Friedrich-Schiller-Universität Jena", erschienen in: F. Bolck (ed.), Beiträge zur Ethnolinguistik. Gedenkschrift zum 100. Geburtstag von Ferdinand Hestermann, Jena: Friedrich-Schiller-Universität 1980, 112-123.

Der Jenaer Hilprecht-Nachlass wurde mit Unterstützung des Berliner Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte (MPIWG) eingescannt und am Lehrstuhl für Altorientalistik unter der Leitung von M. Krebernik mittels einer Datenbank katalogisiert. Die Scan- und Datenbankarbeiten wurden in unterschiedlichem Umfang von studentischen Hilfskräften durchgeführt, den größten Anteil an diesen Arbeiten hatten (in chronologischer Folge): Corinna Greb, Sarah Köhler, Juliane Eule, Doreen Müller, Kristin Müller, Karolin Dieckmann und Karolin Ulbricht, die zuletzt eine Gesamtrevision durchführte, um die Zuordnung von Scans und Objekten zu überprüfen und zu korrigieren. Diese Datenbank wird nun, wiederum mit Unterstützung des MPIWG, der Öffentlichkeit online zugänglich gemacht.

Die Datenbank wurde zur Erfassung einer ganzen Reihe von Metadaten zu den einzelnen Dokumenten konzipiert, von denen bisher allerdings nur die wichtigsten eingegeben werden konnten. Es handelt sich also um work in progress. Die Benutzer(innen) sind eingeladen, Korrekturen und Ergänzungen mitzuteilen. Aktualisierungen der Datenbank sollen in regelmäßigen Abständen erfolgen.

Die Hilprecht-Sammlung setzt sich für die Förderung des freien Austauschs von Wissen ein und macht deshalb ihre wissenschaftsgeschichtlich und kulturwissenschaftlich relevanten Inhalte frei zugänglich. Die auf ihren Webseiten dargestellten Inhalte können unter Einhaltung der Creative-Commons-Lizenz CC BY 3.0 DE von jedermann weiterverwendet werden. Auf die Hilprecht-Sammlung ist dabei zu verweisen als: <...>. Verwendungen außerhalb dieser Lizenzbedingungen erfordern eine vorherige schriftliche Genehmigung durch die Hilprecht-Sammlung.

Struktur der Datenbank

Die Dokumente-Datenbank (linkes Fenster in der Hauptansicht) erfasst mit einem Datensatz jeweils ein Dokument, das aus einem oder (meist) mehreren Teilen besteht, wie z.B. Postkarten, Briefe (ein oder mehrere Blätter, mit oder ohne Umschlag), Zeitungsausschnitte, Notizhefte und Tagebücher, Konvolute aus unterschiedlichen Dokumenten. Die Zusammenfassung einzelner Objekte zu einem Dokument richtet sich nach inhaltlichen Kriterien und nach der vorgefundenen Archivierung. Eine gewisse Willkür ist dabei nicht immer zu vermeiden, auf Zusammenhänge zwischen verschiedenen Dolumenten wird ggf. hingewiesen (Felder "Assoziiert mit", "Bemerkungen"). Der Datensatz enthält die für das gesamte Dokument relevanten Metadaten. Den einzelnen Bestandteilen eines Dolements entspricht in der Regel je eine Scan-Datei. Deren Eckdaten sind in einer zweiten Datenbank (Scan-Datenbank, rechtes Fenster in der Hauptansicht) erfasst. Beide Datenbanken sind miteinander verknüpft, jedes Dokument ist auf diese Weise mit den zugehörigen Scans verbunden. Auf die Scans (Bilddateien, in der Regel im Format .tif) kann von der Scan-Datenbank aus zugegriffen werden.