Wissenschafts als Herausforderung: Manifeste

Wissenschafts als Herausforderung: Manifeste

"Russell-Einstein-Manifest", Juli 1955 (1)

In der heutigen für die Menschheit so tragischen Situation sehen wir es als Pflicht der Wissenschaftler an, eine Konferenz einzuberufen, um die unheildrohende Entwicklung der Massenvernichtungswaffen zu erörtern und eine Resolution im Sinne des hier beigefügten Entwurfs zu erwägen.

Wir sprechen hier nicht als Vertreter unserer Nationen, Kontinente oder Glaubensbekenntnisse, sondern als Mitglieder der menschlichen Rasse, deren Fortleben gefährdet ist. Die Welt ist von Konflikten zerrissen; aber alle kleineren Konflikte werden von dem gigantischen Kampf zwischen Kommunismus und Antikommunismus in den Schatten gestellt.

Fast jeder politisch Denkende hat starke persönliche Meinungen über das eine oder andere der sich daraus ergebenden strittigen Probleme. Dennoch möchten wir die Hoffnung aussprechen, dass Sie diese Ansichten für den Augenblick vergessen und sich nur als Mitglied einer biologische Gattung zu betrachten vermögen, die eine bemerkenswerte Geschichte hinter sich hat und deren Verschwinden keiner von uns wünschen kann.

Wir wollen kein einziges Wort sagen, das nur an eine und nicht an beide Seiten des Konfliktes gerichtet wäre. Wir sind alle gleichermassen in Gefahr. Aber sobald wir uns dieser Gefahr bewusst sind, besteht die Hoffung, dass wir sie in vereinten Kampf zu bannen vermögen.

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