Wissenschafts als Herausforderung: Manifeste

Wissenschafts als Herausforderung: Manifeste

"Russell-Einstein-Manifest", Juli 1955 (4)

Darum legen wir Ihnen die Frage vor, eine Frage von harter, unausweichlicher Grauenhaftigkeit: wollen wir die Menschenrasse oder den Krieg abschaffen? Diese Alternative wollen die Menschen nicht sehen, weil die Abschaffung des Krieges so schwierig ist.

Abschaffung des Krieges fordert unliebsame Einschränkungen der nationalen Souveränität. Aber das Verständnis der Situation wird am meisten erschwert durch den vagen und abstrakten Charakter des Begriffs 'Menschheit'. Die Menschen wollen nämlich nicht begreifen, dass sie selbst und ihre Nächsten sich der unmittelbaren Gefahr qualvollen Todes gegenüberfinden. Und vielleicht denken sie, man könne weiter Kriege führen, wenn nur ein Verbot der modernen Waffen erzielt werden könnte.

Diese Hoffnung ist trügerisch. Kein während des Friedens geschlossenes Abkommen gegen die Anwendung der Wasserstoffbombe würde in ein einem Krieg als bindend angesehen werden. Beide Seiten würden sofort nach Kriegsausbruch Wasserstoffbomben herstellen; denn wenn eine der beiden Seiten darauf verzichtete, wäre der Sieg der Gegenseite automatisch gesichert.

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