Wissenschafts als Herausforderung: Manifeste

Wissenschafts als Herausforderung: Manifeste

"Russell-Einstein-Manifest", Juli 1955 (3)

Sachverständige haben erklärt, dass jetzt eine Bombe hergestellt werden kann, deren Zerstörungsgewalt 2,500 mal so gross ist wie die der Atombombe, die Hiroshima vernichtet hat. Wird eine solche Bombe in Erdnähe oder unter Wasser explodiert, steigen die radioaktiven Partikel in die oberen Luftschichten auf. Dann fallen sie allmählich in Form von tödlichem Staub oder Regen zur Erde. Es war solcher radioaktiver Staub, der die japanischen Fischer und ihre beute vernichtet hat.

Niemand weiss die Grösse der Fläche, über die die tödlichen radioaktiven Partikel verstreut würden, aber die besten Sachverständigen sagen übereinstimmend, dass ein Wasserstoffbombenkrieg das Ende der menschlichen Rasse bedeuten könnte. Sie befürchten, dass die Anwendung vieler Wasserstoffbomben den universellen Tod bringen würde – für eine Minderheit der Menschen den sofortigen Tod, für die Mehrheit aber langwieriges Siechtum und qualvollen Verfall.

Hervorragende wissenschaftliche und militärische Autoritäten haben vielfache Warnungen geäussert. Keiner dieser sachverständigen behauptet, dass die allerschlimmsten Folgen sicher seien. Aber alle halte sie für möglich. Soweit erkennbar, sind ihre Meinungen in keiner Weise von politischen Überzeugungen und Vorurteilen gefärbt; sie reflektieren ausschliesslich das objektive Wissen dieser Männer. Und wir haben beobachtet, dass jene, die am meisten wissen, die pessimistischsten Voraussagen machen.

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