Wissenschafts als Herausforderung: Manifeste

Wissenschafts als Herausforderung: Manifeste

"Russell-Einstein-Manifest", Juli 1955 (2)

Wir müssen lernen, anders zu denken als bisher. Wir dürfen nicht mehr fragen: welche Schritte müssen wir ergreifen, um unserer Seite den militärischen Sieg zu sichern? Denn solche Schritte gibt es nicht mehr. Vielmehr müssen wir und fragen: welche Schritte führen zur Vermeidung eines militärischen Konflikts, dessen Ende für alle Beteiligten katastrophal sein müsste?

Die breite Öffentlichkeit und selbst die offiziellen Machthaber haben noch nicht begriffen, was ein Kernwaffenkrieg wirklich bedeuten würde. Im allgemeinen denkt man immer noch in alten Begriffen, wie der Zerstörung einzelner Städte. Man weiss, das die neuen Bomben kraftvoller sind als die früheren; dass, während eine Atombombe Hiroshima zerstörte, eine Wasserstoffbombe die grössten Städte, wie zum Beispiel London, New York oder Moskau, vernichten könnte.

Gewiss würden Grosstädte in einem Wasserstoffbombenkrieg untergehen. Aber das wäre ein verhältnismässig geringfügiger Teil der Katastrophe. Selbst wenn alle Einwohner Londons, New Yorks und Moskaus umkämen, würde sich die Welt in einigen Jahrhunderten von dem Schlag erholen. Wir wissen jedoch, besonders seit dem Bikini-Test, dass Nuklear-Bomben in einem langsamen Prozess weit grössere Gebiete zerstören können, als ursprünglich angenommen worden war.

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